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Soll der Pöbel doch Aufklärung fressen!

(14.6.07) Einen neuen Spezialbericht zur „gesundheitlichen und sozialen Lage Berliner Kinder“ hat der hauptstädtische Senat vorgelegt, der auf den Untersuchungen von 28.000 im Jahre 2005 eingeschulten Kindern basieren soll. Die RBB-Abendschau, welche sich hier langsam auf eine Auszeichnung als Nanny des Monats hinarbeitet (was freilich auch meiner lokalen Befangenheit geschuldet sein mag), wußte dazu gestern zu berichten: „Kinder aus sozial benachteiligten Familien leiden häufiger unter rauchenden Eltern als Mädchen und Jungen aus der Mittel- und Oberschicht. 67 Prozent aller sozial schwachen Kinder im Einschulalter leben in einem Raucherhaushalt. Bei den Mädchen und Jungen aus der oberen sozialen Schicht sind es dagegen nur 25 Prozent.“

In dem Film hieß es dann sogar, mit Alarmglocken in der Kommentatorenstimme: „So wird in siebzig Prozent aller sozial schwachen Familien geraucht, ohne Rücksicht auf den Nachwuchs.“

Präventionsmaßnahmen kündigte sogleich die Frau Gesundheitssenatorin (PDS) an. Die Gesundheitsstadträtin von Neukölln (CDU) konnte darüber nur bitter lächeln. Wußte sie doch zu berichten: Von den Neugeborenen können in ihrem Bezirk nur 35 Prozent zu Hause wenigstens einmal aufgesucht werden. Für mehr Betreuung ist kein Personal vorhanden. Das stellt der rot-rote Senat nicht zur Verfügung. Oder hat es gestrichen.

Als halbwegs denkender Zuschauer fragt man sich natürlich auch: Könnte der Gesundheitszustand von Kindern nicht auch – oder sogar vor allem – etwas zu tun haben mit Geld für Lebensmitteln und so …? Ach nee, lieber Aufklärung. Na dann.

Und wir wissen ja, wie das in solchen Systemen ist: Man spricht besser nicht die wahren Probleme an. Wenn man seinen Job behalten möchte.

 

 

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