Wer raucht, bekommt nichts serviert
(9.6.07) ... so können wir in einem Berliner Satireblatt lesen, welches sich in den letzten Jahren gar vorbildlich an der Hexenjagd und Hysterie gegen den Tabakgenuß und seine Freunde beteiligt hat. Wenn die Anti-Tabak-Lobby Preise verleihen würde – hier wäre einer fällig. Sich selbst auszuzeichnen, ist ja ohnehin üblich.
Und doch: Die zitierte Überschrift könnte für Stirnrunzeln, wenn nicht gar Mißfallen bei den Hütern des wahren Tabakhysterikerglaubens und anderer fanatischer Weltverbesserer sorgen. Denn stellt sie nicht eine unverantwortliche Verharmlosung dar?
Es mag schon sein, daß, wer dem Teufel Tabak nicht abschwören mag, in der Gastronomie demnächst zur Selbstbedienung verdammt ist (was, angesichts des Gebarens gewisser Bedienungen, einen echten Gewinn darstellen könnte). Aber serviert bekommt er natürlich, wie wir dank der unablässigen Kanonade durch unsere Medien (die freien, die unabhängigen, die objektiven) wissen, doch etwas: Gelbe Finger, gelbe Zähne, quälende Sucht, Falten, Arterienverklebung, Impotenz, Vereinsamung, Verarmung, Verelendung, Verzweiflung, qualvolles, jahrzehntelanges Siechtum, zugleich aber auch einen frühen Tod.
Da werden sich die Macher des Satireblattes wohl einer kleinen Inquisition zu unterziehen haben: Ob sie nicht heimlich vom wahren Glauben abgefallen sind. Ob sie sich nicht verminderter Wachsamkeit schuldig gemacht haben. Ob sie nicht zu Agenten der Weltverschwörung wurden.
Und all dies, derweil der Feind nicht schläft, Milliarden Menschenleben akut gefährdet sind und die Macht der Tabakindustrie minütlich weiterwächst, ins Unermeßliche!
Ich fürchte, ein umfassendes Geständnis und/oder eingehende Selbstkritik können da bestenfalls noch zur Entlastung des eigenen Gewissens taugen. Nur wer die eigenen Reihen regelmäßig säubert, kann die Menschheit ins Paradies führen!
Aber bitte beachten, liebe Nichtraucherschützer: Die Erschießung ist dem Scheiterhaufen eindeutig vorzuziehen, weil letzterer womöglich stärker raucht.