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Nanny des Monats
Januar 2009: Sven Petke

Nach einem unschönen Ausscheiden aus dem Amt des Generalsekretärs dienen Sie als stellvertretender Vorsitzender der brandenburgischen CDU, jenem Landesverband Ihrer Partei, dessen Zustand wohl nur noch von dem der Berliner übertroffen wird. Wie in der Hauptstadt war die CDU auch im Berliner Umbundesland lange Zeit vor allem mit sich selbst beschäftigt – Sie dürften daran lebhafte Erinnerungen haben.

Vom kommenden Herbst an kann Ihre Partei womöglich wieder mehr Energie darauf verwenden, sich selbst zu bekämpfen – die neue Landesvorsitzende bettelt jedenfalls jetzt schon bei der SPD darum, auch nach den Landtagswahlen mitregieren zu dürfen und nicht etwa zu Gunsten der Linken verschmäht zu werden. Nach einem möglichen Wahldebakel und/oder Ausschluß aus der Regierung mag man in Ihrer Partei das Bedürfnis nach einer Neubesetzung des Landesvorsitzes verspüren, welchen Sie ja einmal schon fast ergattert hätten. Und sollte die CDU doch weiter mitspielen dürfen, braucht sie auf alle Fälle einen neuen Kandidaten für das Amt des Innenministers, denn Jörg Schönbohm – einst ganz und gar nicht gescheiterter Innensenator in Berlin – will sich endgültig in den wohl verdienten Ruhestand zurückziehen.

Als sein Nachfolger auf diesem schönen Posten haben Sie sich hervorragend qualifiziert – weniger weil Sie jetzt auch schon innenpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion sind, als vielmehr weil Sie kaum eine Woche ins brandenburgische Land gehen lassen, in welcher Sie nicht neue, weitergehende, am besten umfassende – und natürlich strikte, absolute und totale – Alkoholverbote fordern. Zum Schutze unserer Jugend, vor allem, selbstverständlich. Weshalb alle anderen auch nicht mehr trinken dürfen sollen. Das täuscht nicht nur Handeln vor. Das verleiht nicht nur ein kantiges Image als Produzent von Law-and-Order-Geschrei. Das hält vor allem Ihre Partei – mit deutlichem Abstand zur SPD und Linken bereits die drittstärkste im Land – und insbesondere Sie im Gespräch (oder wenigstens in den Medien, die gerade in Brandenburg stets dankbar sind, wenn es irgendetwas zu berichten gibt).

Die Brandenburger werden es Ihnen danken, kennen die meisten doch – wenn man Umfragen glauben mag – kaum einen Repräsentanten der brandenburgischen CDU. Und haben sie, nach zehn Jahren CDU-Beteiligung an der Landesregierung und all den bundesweiten Bemühungen Ihrer Partei um blühende Landschaften, auch nicht den geringsten Anlaß, sich zu besaufen – in so boomenden Regionen wie der Prignitz oder der Uckermark, in so vor Möglichkeiten und Perspektiven strotzenden Kommunen wie Pritzwalk, Wittstock oder Angermünde.

 

 

 

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