Nanny des Monats
November 2006: Renate Künast
Wir wissen ja: Ihrer Partei geht es nicht gut. Nicht nur aus der Bundesregierung ist sie geflogen, als einzige Bundestagspartei darf sie auch in keiner Landesregierung mehr mitspielen. Die Verzweiflung ist schon so groß, daß man mancherorts nicht nur mit der CDU gemeinsame Sache macht, sondern sich sogar CDU und FDP gleichzeitig an den Hals wirft. Mit dem Nachwuchs sieht es auch nicht mehr gut aus: Ausrangierte Bundesminister mußten sich früher nicht nochmal als Fraktionsvorsitzende verdingen. Da haben Sie unser Mitgefühl. Und hoffentlich kommt es nicht auch noch bei Ihnen so weit, daß Sie einstige Parteigrößen aus dem Ruhestand zurückrufen müssen, weil man sonst niemanden hat, den man in die Talkshows schicken kann. Wo Sie doch jede Möglichkeit nutzen müssen, sich mal wieder in die Medien zu drängeln. Ganz offenkundig wirklich jede.
Gerade als frühere Verbraucherschutzministerin sollten Sie aber wissen, daß es ganz andere, wichtigere, drängendere Probleme gibt, als die Frage, wo geraucht werden darf oder wieviele Zigaretten in eine Packung sollten. Mindestens. Damit diese schön teuer wird.
Gerade als Grüne sollten Sie auch wissen, daß sich der mündige Bürger vom Staat nicht bevormunden lassen sollte, nicht bevormunden lassen DARF. Mensch, Frau Ministerin a.D., mal ’n Tütchen oder so – immer noch besser als ein Steinchen, hm? Sei doch locker. Emanzipation, freie Menschen, Selbstbestimmung.
Ach so, pardon, wir vergaßen natürlich: Das mit der Freiheit und Selbstbestimmung fanden die Linken ja schon immer nur dann gut, wenn sich die Untertanen, Zöglinge und Versuchskaninchen ganz freiwillig und selbstbestimmt gefälligst so entwickelt haben, wie es ihre klugen Beglücker für richtig befunden hatten.