
Unwiderstehlich!
Nanny des Monats
Oktober 2009: Peter Müller
Sie haben es begriffen: Mit Verboten fängt man Grüne! Kaum war er heraus, Ihr neuerlicher grandioser Wahlsieg, bei dem Ihre Partei von 47,5 nur ein klein wenig auf 34,5 Prozent abgerutscht war, da machten Sie sich schon an die Sicherung Ihres Postens als saarländischer Ministerpräsident: Würden die Grünen Ihre glorreiche zehnjährige Herrschaft um weitere fünf Jahre verlängern, so gaben Sie zum Besten, dann werde das Rauchen in der saarländischen Gastronomie aber sowas von verboten.
Womit haben Sie die älteren Herrschaften von der einstigen Jugend- und Protestpartei wohl noch – letztlich so erfolgreich – gelockt? Verbot des Alkoholgenusses, selbstverständlich absolut, strikt und total? Verbot des Ausschanks von Kaffee und Cola an Kinder unter achtzig Jahren? Verbot von rechtsdrehendem Joghurt? Nur mit Äußerungen über eine mögliche Begrenzung der Laufzeit aller saarländischen Atomkraftwerke (Gesamtzahl: null) kann man die Grünen schließlich nicht mehr ködern – das ginge bloß, wenn die Damen und Herren von der ehemals alternativen Partei sich noch erinnern könnten, wofür sie einmal standen, entstanden, auf- und eingestanden sind.
Doch leider vermag man sich dort offenkundig nur noch zu entsinnen, wo man einmal hergekommen ist. Und wohin man deshalb nun wieder zurückkehrt: In die Villen, Einfamilienhäuschen und Hochdeckenwohnungen, von denen so manch Grüner so manche inzwischen geerbt haben dürfte.
Sie aber, Peter Müller, weisen den Weg in die Zukunft: Machtsicherung durch Nannymaßnahmen – auf daß (wieder) zusammenwächst, was zusammengehört. Daß die FDP das ganze Geschrei von Freiheit und mündigen Bürgern nicht ernst meint, sondern umfällt, gehört ja zu den wenigen Dingen, auf die man sich in unserer so unkalkulierbar gewordenen Welt glücklicherweise noch verlassen kann (den rührend naiven Neu-Wählern dieser Partei stehen gerade jetzt harte Zeiten bevor). Und 2013 werden die Grünen dann mutmaßlich auch auf Bundesebene das Stützrad für Schwarz-Gelb spielen. Wenn Mutti Merkel ihnen offeriert hat, Mineralwasser mit Kohlensäure zu verbieten und Schokolade, die Zucker enthält, sowie Kakao aus nicht-antifaschistischem Anbau.