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Nannies des Monats Januar 2008:
Nicht jene Herrschaften bei der ARD
und insbesondere dem WDR ...

…, die dafür verantwortlich sein sollen, daß der Serie „Mord mit Aussicht“ möglichst viele Zähne gezogen wurden – insbesondere im Nanny-Interesse. Denn sicher sind Berichte (wie von Spiegel online darüber, „wie die Ecken und Kanten der Serie vom Bedenkenträger-Apparat der ARD in einem quälenden Prozess abgeschliffen wurden“) falsch, daß es im Vorfeld heftigste Debatten gegeben haben soll, weil die Hauptfigur – oh Schreck! – raucht und Rotwein (!!!) trinkt. Wenigstens das eine dieser beiden grauenerregenden Laster, welche unermeßliches Leid über die Menschheit gebracht und diese schon weitgehend ausgerottet haben, welche ein langes Leiden und zugleich einen frühen Tod garantieren, gibt die Dame allerdings auf Allerhöchster Weisung von dero hochwohlgeborener Exzellenzen bei der Anstalt öffentlichen Rechtes und umfassender Wohlfahrt des gemeinen Pöbels nach wenigen Folgen auf. Der Vorbildfunktion wegen. Denn wie viele Menschen, gerade junge, welche ja zu den eifrigsten Zuschauern von ARD und ZDF zählen, könnten, nein: würden ins Unglück gestürzt, dürfte die Kommissarin weiter dem Genuß frönen! Dieser gehört auch zukünftig bekämpft – konsequent, strikt, total und absolut, natürlich. Gute Menschen trinken keinen Kaffee! Gute Menschen essen nichts Ungesundes! Liebe Bürgerinnen und Bürger liegen um 22 Uhr im Bett. Und schlafen – spätestens nachdem sie ihre staatsbürgerliche Pflicht für die Rettung unserer Rentenversicherung erfüllt haben.
 
So dressierte, äh, beglückte, aufgeklärte und gerettete Untertanen brauchen sich dann auch nicht den Kopf darüber zu zerbrechen, ob es nicht ein wenig freigeistig sein könnte, wenn da ein Fernsehpolizist gezeigt wird, der seine Frau „Muschi“ nennt.

Überhaupt, das mit dem Kopfzerbrechen: Manch arge Idee soll von den Schauspielern stammen. Untergebene, die sich eigene Gedanken machen! Wo kommen wir denn da hin? 

Ja, WDR, schreite weiter voran beim weiteren Kuschen und Buckeln, beim Belehren und Umerziehen. Also, wenn die genannten Berichte stimmen würden. Aber das tun sie ja sicher nicht. Denn öffentlich-rechtlicher Rundfunk ist frei und unabhängig. Gerade der WDR ist nach wie vor seiner Tradition verpflichtet, zu provozieren und Unkonventionellem einen Raum zu geben, eigenständiges Denken zu fördern und die Emanzipation des Menschen voranzutreiben. Und wir marschieren nicht schnurstracks in eine unfaßbar spießige Nannydiktatur, gegen die Ludwig Erhards legendäre formierte Gesellschaft als Refugium der Querköpfe erscheint.

 

 

 

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