Zu spät!
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Werde auch Du Kundschafter für den Jugendschutz!

(12.10.07) Die Bundesfamilienministerin plant, Kinder und Jugendliche häufiger als verdeckte Testkäufer einzusetzen. Nicht nur zur illegalen Abgabe von Alkohol („Gestehen Sie: Sie haben diesem siebzehnjährigen Kind Cognacbohnen verkauft!“) oder Tabakwaren sollen sie provozieren, sondern auch den Verkauf oder Verleih nicht jugendfreier Filme oder böser Videospiele.

Brillant! Und was sich daraus für neue Möglichkeiten des Nebenverdienstes ergeben! Jacke, Schuhe oder MP3-Player „abziehen“ war gestern. Morgen heißt es: Ich erzähle der Aufsichtsbehörde, daß du mir Schnaps gegeben hast. Wenn du mir nicht 100 Euro gibst. Oder Schnaps.

Vielleicht könnten sich die Jungs (und womöglich bald auch die Mädels) das auf ihren Zwangsdienst anrechnen lassen: „Ich brauch nicht ein paar Monate lang irgendwo rumzugammeln, denn ich habe bereits sechs Jahre als Agent der Aufsichtsbehörde für den totalen Jugendschutz gearbeitet.“

Und wer seine Eltern denunziert, wird ein halbes Jahr früher für volljährig erklärt.

Die Verpflichtung der – zumindest bis dahin – unmündigen Ermittler soll natürlich an „strenge Auflagen“ geknüpft werden. So müssen die Eltern die Verpflichtungserklärung unterschreiben, pardon: ihre Zustimmung geben. Außerdem ist eine pädagogische Betreuung vorgesehen. Nicht mitgeteilt wurde, ob diese auch verhindern soll, daß die Minderjährigen die erworbenen Waren nicht schnell konsumieren – sowas kennt man ja von Trüffelschweinen.

Ja, das hat Zukunft: Kinder als Spitzel – da sollte eigentlich einer Koalition mit der Partei, die meinte, immer recht zu haben, nichts mehr im Wege stehen!

Und lustig, daß sowohl Politiker wie Journalisten immer noch glauben, junge Leute würden Videos vor allem über Videotheken oder den Einzelhandel beziehen.

 

 

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