Eine Frage des Geldes
(11.7.07) Der zum Spektakel aufgeblasenen Mitternachtspremiere des neuesten Harry-Potter-Films widmete die RBB-Abendschau heute einen vielminütigen Bericht: „Mitten in der Nacht ins Kino”, schwärmte der Reporter, „– bei einem neuen Harry Potter ist das auch für die Jüngeren selbstverständlich.“
Wie bitte? Manche der gezeigten Besucher sahen so aus, als wären sie noch nicht einmal zwölf. Und ganz bestimmt keine sechzehn. Und dann um Mitternacht ins Kino? Also, eingedenk der Überlänge des Films, bis um drei Uhr früh? Und selbst wenn die Eltern das zulassen, die Sprößlinge vermutlich sogar begleiten – sollte da der Staat nicht eingreifen?
Ach nein, denn hier geht es ja darum, bei einem Hype mitzuhecheln und ausnahmsweise mal nicht bei einer Hexenjagd. Und hier geht es darum, Reklame zu machen und Kassen zum Klingeln zu bringen. Für und mit etwas, das alle dufte finden, jedenfalls in der veröffentlichten Meinung.
Da spielt dann der Jugendschutz, der sonst nicht oft genug beschworen werden kann, keine Rolle.