Hoffnung in Hannover
(27.6.07) Die ARD war heute gleich zweimal sehr bemüht, und zwar ihren Grundversorgungsauftrag zu erfüllen.
Am unterhaltsamsten war dabei zweifellos eine als exclusiv etikettierte Reportage über den mittlerweile in allen Medien unablässig bejammerten immensen Alkoholmißbrauch unserer jungen Menschen sowie deren Bekämpfung. Ich meine natürlich: dessen.
Am Beispiel Hannovers sah man dann, wie es ernste erzieherische Ermahnungen gab wie: „Das ist verboten!“ (Na, denn.) Oder: „Damit kann man tot sein!“
Ach ja, als die Nannies noch nicht für versiegelte Fenster gesorgt hatten, was haben wir da gelacht über diese Warnungen. Bei jeder Bahnfahrt hieß es: „Wenn du auch nur die Nase heraussteckst, kann dir ganz schnell der Kopf abgerissen werden!“ Und immer die Nummer: „Ich kenn da einen …“ Daß die Leier immer noch gespielt wird! Rührend.
Die Erziehungsermächtigten sahen auch wieder einmal so aus, als würden sie sich mit Spaß hervorragend auskennen.
„Am Anfang ihrer Drogenkarriere stand immer der Alkohol.“ Halali!
Doch es gab ein Happy End: Seit 15. Juni sind Flatrateparties in Hannover verboten! Das freut sicher sehr die Wirte im Umland des Landeshauptdorfes, dessen Grenzen man in schätzungsweise dreißig Minuten erreicht haben dürfte (im Berufsverkehr). Und schon sehr gespannt bin ich darauf, welche Sau als nächste durchs mediale Dorf getrieben wird – können Sie sich noch an das Gegacker über Alkopops erinnern? Und wie wenig das noch interessiert, seit Mixgetränke mit Schnaps mit einer Nannysteuer belegt wurden und die Saufwilligen daher auf anderes ausgewichen sind?
Überhaupt: Sollte man nicht lieber bei den Ursachen dafür ansetzen, daß sich Menschen sinnlos betrinken? Wie wäre es damit, Hannover zu räumen?