Ich will werden, was mein Alter ist
(6.6.07) In Berlin flirten Schwarze und Grüne miteinander. Die einen, weil sie nicht so recht wissen, wie sie angesichts einer satten, seit 1990 stabilen linken Mehrheit jemals wieder in den Senat kommen sollen. Die anderen, weil sie schwer schmollen, seit sich die SPD im letzten Herbst ihrem Liebeswerben versagte und lieber die Koalition mit der pflegeleichten, handzahmen PDS fortsetzte (die mindestens ebenso geil darauf ist, mitregieren zu dürfen).
Im relativ reichen Bezirk Steglitz-Zehlendorf hat sich deshalb so etwas wie eine schwarz-grüne Koalition gebildet. Womit wohl zusammenwächst, was zusammengehört: Als jüngst die sozialdemokratische Gesundheitsstadträtin heiße Luft verbreitete, pardon: Maßnahmen gegen den Alkoholmißbrauch von Jugendlichen vorstellte, überboten CDU und Grüne einander in Kritik an der Dame. Und in Forderungen nach schärferen Kontrollen, noch strikteren Verboten und deren unnachgiebigerer Exekution.
Jüngere Leute werden es kaum glauben mögen. Aber ich versichere es, aus eigenem Erleben: Die Grünen waren wirklich mal eine Partei, die für Emanzipation, Selbstbestimmung, Freiheit stand. Manchmal sogar für Spaß.