Wirkungsvolle Maßnahmen
(28.3.07) Das Berliner Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg und der Kinderschutzbund haben Kippen gesammelt. Nein, nein, nicht etwa, um sie armen Menschen zu spenden, damit die wenigstens irgendwas zu rauchen haben – bei den durch Nannysteuern künstlich in die Höhe getriebenen Preisen für Tabakwaren können sich ja immer weniger Menschen welche leisten (also: legale Tabakwaren). Vielmehr soll die Sammelaktion die Forderung nach einem Rauchverbot auf Kinderspielplätzen untermauern.
Eine gute Idee. Denn wenn, vermutlich spätestens mit Einbruch der Dunkelheit, Jugendliche die Spielplätze belagern und …
Was?
Ach, gemeint ist eher, daß die Eltern nicht rauchen sollen. Aber welcher Erwachsene entsorgt denn seine Zigarette in dem Sandkasten, in dem sein Nachwuchs gerade spielt? Zumal man die Kippe dazu ein, zwei Meter weit werfen müßte. In Richtung seines Kindes. Eltern, die so etwas tun würden, ist das doch bereits zuviel Arbeit. Und die gehen auch erst gar nicht mit ihren Kindern auf den Spielplatz.
Also, die Zigarettenreste im Sandkasten, wo sie wahrlich nichts zu suchen haben, kommen wohl doch eher von den älteren …
Ach, aber das könnte niemand kontrollieren? Weil man dazu abends um acht oder zehn Streifen herumschicken müßte, die sich mit einem Haufen Halbstarker anlegen?
Und was sollte dann die ganze Aktion?
Ach so, natürlich: Man konnte wieder mal gegen das Rauchen wettern. Und als Politiker so tun, als würde man etwas tun. Es kann also niemand bestreiten, daß es sich hier um eine wirklich wirkungsvolle Maßnahme handelt.
Friedrichshain-Kreuzberg, einstmals so alternativ, hat übrigens eine satte linke Mehrheit. Und die Grünen sind dort stärkste Partei.
Schön, daß sich die Linke wieder auf ihre Traditionen besinnt: Wie Besserwisserei und Bevormundung.