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Hallo extra 3!

(22.3.07) Ihr wart ja mal ’ne dufte Satiresendung. Aber in letzter Zeit guck ich Euch nicht mehr oft. Denn beim Teufel Tabak, da hört auch bei Euch der Spaß auf. Und die journalistische Unabhängigkeit (ha ha, kleiner Scherz). Da kommt auch von Euch nur das, was alle schreiben und sagen, gebetsmühlenartig, in anschwellendem Nannygesang.

Heute hat schon wieder Herr … – ach, egal, den üblichen Skandal aufgedeckt: Die niedersächsische Landesregierung hat von British-American Tobacco (also einem Händler des Todes!) zweitausendfünfhundert Euro (oder so) fürs Grünkohlessen bekommen. Und wegen dieser Monsterspende möchte der Ministerpräsident nun nicht, daß jeder erschossen wird, der im Umkreis von zwei Kilometern um eine Kneipe raucht.

Och menno!

Damit die Einfallslosigkeit und der Konformismus so richtig abgerundet wurden, wurde auch noch eine alte Dame vorgeführt, die vierzig Jahre lang geraucht habe, und nun müsse ihr ein Bein abgeschnitten werden.

Anschließend kippte der Herr Pommer, Euer Moderator, dann noch ein Gläschen Wein mit einer CSU-Bundestagsabgeordneten.

Er tut mir jetzt schon leid. Denn im Zuge angemessener Selbstkritik werden solche Ausschnitte spätestens in zehn Jahren hervorgekramt werden. Und als schreckliches Beispiel für Eure eigenen Verfehlungen dürfte dienen, wie der Herr Pommer, der seiner Trunksucht oder zumindest seiner Sorglosigkeit gegenüber dem Alkohol wegen längst entlassen, aus- oder eingewiesen worden sein wird, dem Gast zur Auswahl stellte: Bier, Weißwein oder Rotwein?

Ja, liebe extra 3-Redaktion, so war das, in den verantwortungslosen Nullerjahren, als es auch Euch noch an der nötigen Sensibilität für die schlimmen Gefahren des abscheulichen Alkohols gebrach! Da wurde man als extra 3-Gast zum Drogenkonsum gezwungen! Kein alkoholfreies Getränk stand zur Auswahl! Und dabei war die CSU-Tante gerade mal neunundzwanzig – also noch ein Kind!

Spätestens in zehn Jahren wird dann der Herr … – ach, egal, einen Bericht machen, in dem er aufdeckt, warum ein Ministerpräsident sich noch ein wenig gegen ein striktes, totales, absolutes Alkoholverbot sträubt und die eine oder andere unverantwortliche Ausnahme will: Nämlich bloß, weil Brauerei X ihm zum Fasching drei Dutzend Bouletten geschickt hat. Und Winzer Y eine Schüssel mit Rotweincreme – obwohl diese dank des Europäischen Gesetzes zur Suchtbekämpfung demnächst verboten wird. (Es ist ja nicht alles schlecht in Amerika, wo man schon vor neunzig Jahren zur Prohibition schritt.)

Und dann wird der Herr … – ach, egal, noch einen alten Herrn vorführen, der vierzig Jahre lang Bier getrunken hat, und nun bräuchte er eine neue Leber. Aber sowas gibt es dann nicht mehr für Krankenkassen- und sonstige Volksschädlinge, die rauchen oder trinken oder Süßkram essen oder nicht genügend Sport treiben. Und deshalb muß der Mann sterben.

Och menno!

Ich weiß ja nicht, was Ihr für solche stumpfsinnigen Exerzitien in Propaganda bekommt. Aber die Auszeichnung als Nanny des Monats kriegt Ihr nicht. Dazu seid Ihr nicht wichtig genug.

P.S.: Nicht beantwortet wurde leider die Frage, warum der Herr … – ach, egal, und seine Mitkreuzzügler nicht mal eben zweitausendsechshundert oder gar dreitausend Euro sammeln und dann spenden. Wenn es doch so einfach (und preiswert!) ist, eine Landesregierung nach seiner Pfeife tanzen zu lassen.

 

 

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