Du, metronom Eisenbahngesellschaft aus der Lichterstadt Uelzen, kündigst ein Alkoholverbot in Deinen schmucken Zügen an. Denn wie sie so durchs schöne Niedersachsen brausten, wären sie oft gar nicht mehr schmuck: „Zunehmender Vandalismus, völlig verdreckte Böden, fest sitzende Aufkleber, Innengraffiti und fäkalienverschmierte Toiletten“ zählt eine metronom-Sprecherin in den Medien auf. Dies führe zu „immer höheren Reinigungs- und Instandsetzungskosten“, Zusatzbeträgen gar „in hohem sechsstelligen Bereich“. Klar, daß da etwas geschehen muß. Klar, daß deshalb der Alkohol endlich auch hier verboten wird.
Und ganz klar, daß alkoholisierte Fahrgäste aber auch künftig nicht von der Beförderung ausgeschlossen werden sollen. Wie bitte?
Ja, wer Alkohol konsumiert, womöglich bereits wer Alkohol nur mit sich führt (außerhalb seines Körpers, wohlbemerkt), der soll bald nicht mehr mit metronom fahren dürfen. Wer sich hingegen bereits besoffen hat, wird weiterhin mitgenommen.
Das ist wahrer Dienst an der Gemeinschaft! Das bringt unsere Menschen wirklich voran!
In die Anti-Alkohol-Hysterie einzustimmen, welche nach der Anti-Tabak-Hysterie inszeniert wird, ist kein Kunststück. Daran mitzuarbeiten, in bewährter Salamitaktik, daß ein allgemeines Alkoholverbot eingeführt wird – nun, da die bösen Raucher praktisch erlegt scheinen –, ist nichts Besonderes. Und darauf, daß die Medien keine klugen (oder wenigstens kritischen) Fragen stellen, darf man sich mittlerweile ziemlich fest verlassen. Aber was Du hier aufführst, metronom Eisenbahngesellschaft, ist Nannypolitik in höchster Vollendung: Kühn setzt Du darauf, daß die Zöglinge zu dämlich sind, um erstens zu bemerken, was da mit ihnen geschieht, und deshalb zweitens auch nicht mitkriegen, für wie dumm man sie hält und folglich verkauft.